#11 Die EmpCo als Stresstest für Nachhaltigkeitsversprechen
Shownotes
Der 27. September 2026 rückt näher – und damit steigen die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Mit der EmpCo müssen Unternehmen ihre Claims künftig belastbar, präzise und rechtssicher formulieren. Unklare oder nicht ausreichend belegte Aussagen können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
In dieser Folge von „Handel im Ohr“ sprechen Monika Verspohl und Markus Howest mit Rechtsanwalt Dr. Daniel Kendziur und Kommunikationsexperte Martin Prösler über die Auswirkungen und Herausforderungen der EmpCo.
Das nehmen Sie aus dieser Folge mit:
Was bedeutet die EmpCo für Marketing und Vertrieb?
Welche Nachhaltigkeitsclaims und Kommunikationsmittel sollten Unternehmen jetzt prüfen?
Warum müssen Recht, Marketing, Vertrieb und weitere Unternehmensbereiche künftig enger zusammenarbeiten?
Welche Wettbewerbsvorteile können sich trotz der neuen Anforderungen ergeben?
Jetzt reinhören!
Hosts: Monika Verspohl, Chefredakteurin BaustoffMarkt, und Markus Howest, Chefredakteur BaumarktManager
Gäste: Dr. Daniel Kendziur (Rechtsanwalt & Partner bei SKW Schwarz), Martin Prösler (Geschäftsführender Gesellschafter bei Proesler Kommunikation)
Über den Podcast: „Handel im Ohr“ bringt die Stimmen des Baustoff- und DIY-Handels ins Ohr: kompakte Gespräche, konkrete Beispiele und klare Einschätzungen. Gastgeber sind Monika Verspohl und Markus Howest. Gemeinsam mit ihren Gästen diskutieren sie Trends, Herausforderungen und Zukunftsthemen der Branche.
Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich willkommen zu Handel im Ohr.
00:00:05: Im Podcast der Markenbaustoffmarkt
00:00:07: und Baumarktmanager, zu den Themen und Aufgaben des Baustofferhandels und DIY Einzelhandels.
00:00:16: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Handel in Ohr!
00:00:19: Zur heutigen Folge von handeln im ohr darf ich im Studie begrüßen Dr.
00:00:26: Daniel Kensure von der Kanzlei SKW Schwarz Und Martin Brössler, der Spezialist für Marketing von Brösler Kommunikation.
00:00:38: Wir werden heute im Gespräch das Thema MCO näher beleuchten und haben dort vor die ganzen vielseitigen Aspekte dieses Themas zu untersuchen.
00:00:52: Herr Brößler und Herr Kenzior könnten Sie sich bitte einmal kurz vorstellen?
00:00:57: Ja, sehr gerne Herr Hoves.
00:00:58: Mein Name ist Daniel Kenzo, ich bin Rechtsanwalt und Partner bei SKW Schwarz am Standort in München.
00:01:03: Ich mache seit über fünfzehn Jahren Wettbewerbsrecht, Produktregulatorik, Produkt-Kennzeichnungsrecht und Betreue ja seit jetzt gut vier Jahren sehr intensiv das Thema Umweltkommunikationen und Nachhaltigkeitskommünikation in rechtssicherer Ausgestaltung.
00:01:17: Das Thema Nachhaltigkeit, Green Compliance lässt sich damit zusammenfassen und dazu zählt als ein ganz großer Beratungsschwerpunkt in den letzten achtzehn bis vierundzwanzig Monaten die EMCO-Richtlinie und ihre Umsetzung ins Deutsche Recht.
00:01:29: Mein Name ist Martin Bröschler, Bröschler Kommunikationenames Programm.
00:01:32: Ich habe das Büro gegründet.
00:01:34: wir sind spezialisiert auf die Baubranche und auch die Verwandtenfelder also auch Development und ähnliches.
00:01:40: Wir beschäftigen schon sehr lange mit dem Themen der Nachhaltigkeitskommunikation schon seit ungefähr dreißig Jahren sind.
00:01:46: Also nicht erst jetzt, weil es für Future aufgesprungen auf den Zug und haben uns auch intensiv mit Fragen der Regulatur beschäftigt.
00:01:52: Weil hier natürlich ein wichtiger Treiber ist.
00:01:54: und hier müssen wir einfach gucken wie können wir für unsere Kunden Transmissionsriemen sein so dass die gut aufgestellt werden können?
00:02:00: Und da komme ich ja gleich zur ersten Frage
00:02:03: was
00:02:03: will denn eigentlich diese M-Kone?
00:02:05: Das klingt ja schon verheißungsvoll.
00:02:06: Empowerment of Consumers oder was genau steckt dahinter?
00:02:10: Ja danke Herr Hoferes!
00:02:11: Es geht im Kern darum das Ja, ein neues Regelwerk ist gegen unsubstanzierte Umweltversprechen und Umweltbehauptungen.
00:02:18: Es soll im Grunde genommen ein neuer regulatorischer Rahmen geschaffen werden, der dem Verbraucherschutz dient.
00:02:23: Das ist das ganze Konstrukt in zwei Worten zusammengefasst.
00:02:27: Darin steckt eine Reihe von neuen Kernverboten wie die Nutzung von allgemeinen Umweltaussagen, wie beispielsweise unsubstanzierte Klimaversprechen.
00:02:35: es geht um weitgehendes verbotene Nutzungs- von Nachhaltigkeitssiegeln.
00:02:39: Es geht um eine Einschränkung der Werbemöglichkeiten mit künftigen Umweltleistungen ohne präzise Nachweise und Sachverständigenbegleitung.
00:02:46: Und noch einige kleinere Randthemen, die in sich zusammen ein geschlossenes Regelwerk ergeben sollen was Europa weitgehend gegen Themen wie Greenwashing und im weitesten Sinne unsubstanzierte Umweltversprechen vorgehen soll.
00:03:00: Ich denke wir haben auch alle mit dem MCO im Alltag zu tun.
00:03:03: Ich stand kürzlich im Badezimmer dann sehe ich wie ein kleines Nagelack entferner Flaschen Darum steht, das ist für meine Tochter.
00:03:10: Und dann sehen Sie drauf ein Embleme da es ein stillisiertes Meer mit einem glücklichen Fisch zu sehen und drüber steht der Slogan frei von Mikroplastik.
00:03:22: Jetzt ist das einfach mal Quatsch weil in diesen Dingen ist kein Mikro-Plastik drin jedenfalls nicht nach der EU Definition.
00:03:27: Und jetzt eine fünfzehnjährige oder ihre Freundin?
00:03:29: die können halt auch nicht so richtig unterscheiden wenn sie bei so normalen Supermarkt Produkte vorstehen was das soll.
00:03:35: Das heißt, das geht um ganz konkrete Entscheidungsgrundlagen.
00:03:37: Das ist das Ziel der EMCO, substanzielle Entscheidungs Grundlagen herzustellen.
00:03:42: wenn man etwas in Richtung Nachhaltigkeit machen will und wir haben in unserem Büro z.B.
00:03:46: letzte Woche Broschören durchgearbeitet und das was man dort findet, dass sind ganz viele Begriffe die sozusagen standardmäßig eingesetzt werden recyclingfähig energieeffizient oder wenn man dieses Produkt einbaut dann wird der Wert Immobilie gesteigert.
00:04:03: Und das sind einfach Dinge, wenn man da genauer hinguckt.
00:04:06: Ich möchte das Wort von Ihnen herkennen, es wäre aufgreifend substanzlos weil die Wertsteigerung erfolgt natürlich über alle möglichen Faktoren und es gibt viele Situationen in der Immobilienwirtschaft oder beim Verkauf eines Einfamilienhauses wo diese Investition überhaupt keine Rolle spielt.
00:04:23: Wenn wir jetzt mal ein bisschen weiter denken worum geht es hier?
00:04:26: Wenn wir die EU richtig interpretieren geht es auch drum zum Beispiel Grenzwerte festzulegen für CO-Zwei Fußabdrücke pro Quadratmeter und Jahr.
00:04:37: Und wenn Sie das in der Planung umsetzen wollen, dann ist natürlich überhaupt nicht hilfreich, weil man Aussagen hat wie naja das Produkt ist klimafreundlich oder es eine allgemeine Aussage zur Klimapeformance.
00:04:50: Hier geht's darum belastbare Daten herzustellen.
00:04:54: Ja vielen Dank Herr Brüsser, die dieses Beispiel nochmal gebracht haben.
00:04:57: Das zeigt in der Tat sehr anschaulich worum es wirklich
00:05:00: geht.
00:05:01: Mit anderen Worten künftig zählt, was belegbar ist.
00:05:05: Das kann man ja auf diesen Länder bringen.
00:05:07: Was ist denn jetzt der Stand der Dinge?
00:05:09: Also man hört ja verschiedene Dinge von den unterschiedlichen Marktteilnehmern.
00:05:15: Wie sieht das jetzt genau aus auch national wie auch international?
00:05:19: Wir befinden uns sozusagen auf den letzten Metern der Umsetzung und vor Finale mit Krafttreten der nationalen Regelungen.
00:05:26: Die MCO-Richtlinie hat eine Erstehungsgeschichte, die geht zu drei bis vier Jahre jetzt etwa zurück.
00:05:33: Und wir haben seit Anfang diesen Jahres in Deutschland den Entwurf und den Beschluss des Entwurfs eines nationalen Umsetzungsgesetzes was im deutschen UWG im Unlautagkeitsrecht passieren wird.
00:05:45: Die Umsetzung tritt jetzt Ende September zum siebenundzwanzigsten September-Zweitausendsechsundzwantzig final in Kraft.
00:05:50: International sind wir da ausnahmsweise mal Vorreiter, wir sind viel schneller als andere Mitgliedstaaten der Union.
00:05:57: In rund zwanzig Mitglied Staaten gibt es bislang gar keine Umsetzungsgesetze.
00:06:01: Da drohen nun auch Vertragsverletzungsverfahren der Kommission gegen diese MitgliedStaaten Im unmittelbaren Nachbarschaftsumfeld.
00:06:08: in Österreich haben wir ein Umsetzungsgesetz jetzt auf den Weg gebracht.
00:06:12: So im nordischen Bereich gibt es auch inzwischen Fortschritte, aber wir sind in Deutschland ausnahmsweise mal Vorreiter und besonders schnell oder zumindest zeitgerecht gewesen.
00:06:23: Nun ist ja im Vorfeld des Inkraftprätens der MQ-Richtlinie deutlich geworden dass die Unternehmen unterschiedlich auf das bevorstehende Gesetz reagieren.
00:06:34: Können Sie hier einmal einen Überblick geben?
00:06:38: Unsere Erfahrung ist, es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen die sich schon länger darauf vorbereitet haben.
00:06:43: Also das auf dem Schirm gehabt haben und jetzt sagen okay wir bauen es Schritt für Schritt um.
00:06:47: Wir haben auch viele Daten und die, die wir nicht haben Die werden wir so schrittweise im Laufe der nächsten Zeit oder auch den nächsten Jahre dann nacharbeiten.
00:06:55: Und dann habe ich auch die Erfahrungen gemacht.
00:06:56: Ich hab mit einer ganzen Reihe befreundeten Marketingleitern oder geschäftsführenden Unternehmen gesprochen und gesagt was man aufhabe dir die aufm Schirm.
00:07:03: Und ganz oft war die Reaktion, ja hab ich irgendwie gehört.
00:07:07: Aber Gott noch eine neue U-Richtlinie und dann wird's zur Seite gelegt weil alle so ein bisschen müde sind.
00:07:13: Und da habe ich es kurz skizziert.
00:07:14: und dann ist... sind die Leute mit denen ich da gesprochen hab, die das nicht auf den Schirm hatten wirklich auch erschrocken und dann entstehen natürlich sehr schnelle Aktivitäten jetzt.
00:07:23: Wir haben noch ein zweites Level sozusagen an Reaktionen.
00:07:26: des einen ist bei einem großen Unternehmen hatte ich vorletzte Woche Terminen, da war es so.
00:07:32: Die haben gesagt meine Güte wie sollen wir das schaffen?
00:07:35: Das ist so komplex.
00:07:36: ja!
00:07:36: Wir haben Tausende von Websites, wir haben unfassbar viele Broschüren und das ist natürlich eine riesen Riesenarbeit.
00:07:42: und dann muss man sich manchmal fragen ob die MCO vielleicht über das Ziel raus schießt.
00:07:47: aber da ist ein hohes Maß in Komplexität.
00:07:48: jetzt bei bestimmten Unternehmen.
00:07:50: Und auf der anderen Seite habe ich mit einer Geschäftsführerin gesprochen auch ein großes Unternehmen die hat sich von uns beraten lassen und dann kam sie neulich und sagte ach wir haben es jetzt entschieden Wir bringen jetzt bloß noch die Zahlen, die wir haben und machen das substanziell.
00:08:04: Und ganz ehrliche Brüsseler sagte sie Das ganze andere ist doch so ein Marketingblablade schmeißen einfach raus.
00:08:11: Und damit wird das Ganze auch ein Stück weit klarer.
00:08:14: Und es ist das was die MQ ja auch will klare Aussagen, die belastbar sind.
00:08:20: Herr Kunze, ja auch die Verbände schlagen Alarm und fürchten dass es Produktvernichtungen geben wird und dass in zweistelliger Millionen Höhe Weil Sie sagen, wir brauchen eine Übergangsfrist die aber offenbar nicht gewährt wird.
00:08:36: oder gibt es da andere Informationen?
00:08:39: Also das ist tatsächlich so wie Sie es gerade beschrieben haben und wie Herr Brüssel auch die Reaktion aus dem Unternehmen zusammengefasst hat.
00:08:46: Die Hauptkritik rührt vor allen Dingen daher auch auf Verbandseite dass wir im Gesetz keine Abverkaufs- oder Übergangsfristen vorgesehen haben.
00:08:53: Es gibt einfach nur den einen Stichtag siebenundzwanzig zu September zweitausend sechsundzwantzig Ab.
00:08:58: da gilt es für alle Ware, Produkte, Webseiten, Social Media Posts, Pressemitteilungen.
00:09:04: Erst mal gilt das für alles was dann irgendwo als geschäftliche Handlung im Verkehr ist und nach außen kommuniziert wird.
00:09:10: Von daher haben wir leider nicht die Möglichkeit zu sagen Ware, die produziert worden ist vor einem gewissen Tag kann unproblematisch abverkauft werden.
00:09:18: Daher rührt nun ein riesen Problem denn Ware die mit alten Claims gekennzeichnet ist, die nach dem neuen Recht oder der neuen Rechtslage nicht konform sind also verwendet werden dürfen, weil sie nach Neuerrechtsergewettbewerbswierig und irreführend sind.
00:09:32: Die darf eigentlich nicht mehr verkauft werden die Ware ist nicht verkehrsfähig und der Handel dürfte sich nicht weiter anbieten Und die Hersteller dürfen Sie dem handeln nicht weiteranbieten.
00:09:39: und daraus resultiert nur ein großes Problem für alle Lagerware und Bestandsware in den Regalen denn denen drohten und Vernichtung und das will aber auf einer Seite aus nachvollziehbaren ökologischen Gründen auch niemand verantworten und diese Entscheidung treffen müssen so dass wir eine ganz schwierige Situation haben für dies keine Lösung gibt bisher.
00:09:57: Der Handel fordert vielfach auf, Produkte aus den Regalen zurückzunehmen um zu labeln.
00:10:01: Zu überkleben neu zu labelen und dann wieder ins Regal zu liefern.
00:10:05: das hat natürlich ganz große logistische Probleme Und da gab es auch von Verbandseite in den letzten Wochen bis zuletzt immer noch neue Bestrebungen dass die Bundesregierung sich auf europäischer Ebene stark macht für eine nachträgliche Änderung und Einführung einer Abverkaufsfrist oder Übergangsfrist.
00:10:21: Da ist allerdings nicht mitzurechnen, dass es dazu kommt.
00:10:24: Wir haben jetzt ja nur noch gute zwei Monate und von da wird nichts mehr passieren auf dieser Ebene.
00:10:30: wir müssen also mit der Situation leben wie sie ist.
00:10:33: eine gewisse Ausnahme und Sondersituation wird im Lebensmittelbereich diskutiert aber das ist in der Baubranche leider gar nicht hilfreich und nicht parallel irgendwie heran zu ziehen.
00:10:44: Im Baustoff DIY und Gartenmarkt entscheiden Wissen und Sichtbarkeit über den Erfolg.
00:10:49: Baustoffmarkt liefert seit über fünfzig Jahren relevante News, Analysen und Trends für Entscheidende im Baustoffsachhandel.
00:10:56: Baumarktmanager bringt exklusive Insights aus der DIY-Gartenbranche – von neuen Konzepten bis zur Digitalisierung.
00:11:04: Händler treffen so bessere Entscheidungen, Hersteller finden hier ihre Zielgruppe!
00:11:08: Jetzt mehr erfahren und reichweiter sichern auf www.baustoffmarkt minus online.de und www.baumarktmanager.de den Social Media Kanälen oder in den Printversionen.
00:11:21: Herr Brösel, Sie haben eben schon geschildert wie unterschiedlich die Unternehmen ja reagieren auf die EMCO.
00:11:26: Aber wenn wir vielleicht ein bisschen konkret werden was können den Händler und Hersteller
00:11:33: jetzt tun?
00:11:33: Zunächst mal ist unsere Empfehlung ganz klar alles zu analysieren durchzusehen Und ich weiß dass es natürlich Aufwand ist.
00:11:40: Wir haben jetzt bei uns im Büro einen KI-Tool entwickelt, einfach damit das schneller geht.
00:11:44: letzte Woche oder vorletzte Woche haben wir dranzeiten proschwüren Portion Präsentation unter und durch geschaut, also dass der Prozess schneller geht.
00:11:51: Und wir machen natürlich das auch so weil die KI nicht alles findet.
00:11:55: beispielsweise gibt es auch Label die kritisch betrachtet werden und die muss man einfach sozusagen händisch rausziehen aus diesen ganzen Unterlagen.
00:12:03: Also erstmal tatsächlich alles durch sehen und dann die Umweltaussagen kontextprüfend bewerten und dann eine konsolidierte Liste erstellen.
00:12:12: was ist das?
00:12:13: Was wird an Herrn Kensio geben oder fallweise, wenn der Kunde das will auch an die eigene Rechtsabteilung.
00:12:19: Dann wird es durchgesprochen dann schaut man nach den passenden Umformulierungen und auf der Grundlage und da muss man ja auch klar sehen dass der Anfangsaufwand hoch ist.
00:12:26: aber danach wird's deutlich einfacher.
00:12:28: Auf der Grundlager der Gespräche entsteht ein Glossar Und mit diesem Glossarr können sie alle anderen Marketingunterlagen sozusagen durchgucken und die Aussagen ersetzen ergänzen.
00:12:39: Also da haben wir eigentlich eine ganz gute, ganz gute Grundlage geschaffen einfach auch für die weitere Arbeit.
00:12:45: Ich denke der Hinweis, dass jetzt gehandelt werden muss ist eigentlich der entscheidende Hinweis.
00:12:49: Denn die verbleibende Zeit ist einfach extrem knapp und das Wichtige ist, dass man sich einen Überblick unternehmensintern verschafft in welchen Kommunikationskanälen, Materialien, Webseiten, Außendarstellungen überhaupt betroffene Aussagen Claims, Siegel Logos und ähnliches enthalten.
00:13:04: ist denn das Hauptproblem bei Unternehmen?
00:13:06: viele haben gar keinen Abrufbares Set an Umweltclaims und Nachhaltigkeitsaussagen oder genutzten Siegeln, Zertifizierungen und Ähnlichem die man mal so auf Knopfdruck erstellen kann.
00:13:17: Je größer die Unternehmen desto größer Die Herausforderung.
00:13:20: aber selbst bei kleinen Unternehmen habe ich die Erfahrung gemacht dass es lange Zeit in Anspruch nehmen kann bis so eine Übersicht überhaupt erstellt ist.
00:13:28: Von daher sind die Herausforderungen jetzt allein auf von zeitlicher Restriktionen enorm groß, das noch vor Inkrafttäten der Richtlinie hinzubekommen.
00:13:36: Was natürlich nicht heißen soll dass man damit nicht beginnen soll denn lieber spät als gar nicht gilt hier ganz sicher.
00:13:43: aber diesen Schritt kann kein Unternehmen momentan vermeiden.
00:13:47: und sie haben eben wichtigen Hinweis finde ich auch gebracht wenn wir jetzt in Richtung Vertrieb schauen.
00:13:51: Die Kollegen im Vertrieb von Herstellern müssen ja auch auf Anforderung sehr schnell Daten bereitstellen können und die Anforderungen werden jetzt einfach wachsen an die Belastbarkeit von Aussagen.
00:14:02: Und wenn dann Firmen in der Lage sind, sehr schnell die Informationen in einer guten Qualität zu liefern, dann sind sie einfach im Vorteil.
00:14:10: oder andere, die laufen – wenn es schlecht läuft ja auch eine juristische Grauzone rein.
00:14:16: Kommen wir zum nächsten Thema was passiert denn, wenn man das nicht beachtet?
00:14:23: Ja, durch die Umsetzung der MQ-Richtlinie in Deutschland ins UWG also ins Recht gegen unlauteren Wettbewerb drohen die ganz allgemeinen und von da schon lange bekannten wettbewarzrechtlichen insbesondere zivilrechtlichen Konsequenzen.
00:14:36: Also die bekanntesten sind Abmahnungen unterlassungsklagen Gewinnabschöpfungsklagen mitunter auch Schadensersatzklagen.
00:14:42: Die spielen in der Praxis nicht so eine große Rolle aber der ganz große Teil spielt sich über Unterlassungsansprüche entweder im Klageweg oder in der Abmahnung außergerichtlich.
00:14:52: Und Unterlassungsspruch klingt immer erst mal so relativ harmlos, aber im Ergebnis heißt das halt.
00:14:56: ich darf die betroffene Aussage den Betroffenen claim.
00:14:59: Das angegriffene Siegel oder Logo nicht mehr verwenden und nicht mehr verwendet heißt Ich darf Produkte oder Verpackungen, die damit gekennzeichnet sind Nicht mehr vertreiben sie also nicht mehr ausliefern.
00:15:09: Ich muss den Handel informieren dass sich verurteilt worden bin diese Produkte nicht weiter zu vertreiben, das heißt je nachdem wenn es mir aufgrund meiner Lieferverträge möglich ist muss ich die Produkte auch aus den Lieferketten noch zurückrufen.
00:15:21: Der Handel, wenn er davon weiß wird in der Regel die Hersteller auffordern diese Produkte zurückzunehmen weil er selber das Risiko los werden möchte als nächster verklagt oder abgemahnt zu werden.
00:15:30: von daher hat das so eine Kaskade an Handlungen in der regel zur Folge Und die damit verbundenen Kosten sind natürlich was Gerichtskosten, Abmannkosten anbelangt nicht unwesentlich.
00:15:41: Der ganz große Kostenblock entsteht aber dann durch die Rückrufkosten, Logistikkosten, Vernichtungs- und Neuproduktionskosten.
00:15:46: Das geht sehr schnell auch je nach Produktumfang in die Millionen.
00:15:52: Okay das klingt wirklich nach einer Sache, die man nicht mit den leichten Schultern nehmen sollte.
00:15:56: jetzt ist es ja eigentlich ein Verbraucherschutzgesetz In der Baubranche ist aber nicht unbedingt, der Verbraucher steht ja erst am Ende der Wertschöpfungskette.
00:16:04: Und gerade Handelhersteller das ist ja BtoB.
00:16:07: von wo her droht denn dieses Ungemach?
00:16:09: Abmahnungen Unterlassung?
00:16:12: Also zunächst ist es richtig dass die wesentlichen Regelungen der MQ-Richtlinie sich auf den BtoC Bereich beschränken.
00:16:19: also die ganzen neuen Kernverbote über die ich am Anfang gesprochen habe gelten zunächst mal nur dort.
00:16:24: Das ist aber so eine etwas mittelbare Hilfe.
00:16:28: Ich habe selber eigentlich noch mit kaum einem Fall zu tun gehabt, wo nicht auch in der Lieferkette Hersteller verpflichtet worden sind oder allein aufgrund praktischer Umstände notwendigerweise Verpackungen und Claims mitliefern müssen die nachher auch weiter gereicht werden können bis hin zum Endkunden also zum Verbraucher oder der Verbraucherin.
00:16:45: Schon von daher sind Unternehmen, die eigentlich nur im BtB-Geschäft tätig sind häufig auch verpflichtet, die Regelungen mitzubeachten.
00:16:52: Zugleich gilt aber auch und das muss man immer vor Augen haben dass jenseits dieser neuen Totalverbote ja auch neue Irreführungsverbote ein ins Gesetz hineinkommen oder dort eingeführt werden, die auch Umweltkommunikation betreffen und die gelten auch im BTB Bereich.
00:17:07: also vereinfacht gesagt ich darf auch nicht meinen Geschäftspartner über Umweltvorteilern des Produktes irreführen.
00:17:15: da gelten nur etwas abgeschwächte Regelungen, aber es ist nicht so dass der BtoB-Bereich dort völlig außen vor wäre.
00:17:21: Also das ist schon mal ein ganz wesentlicher Punkt den man mitnehmen muss.
00:17:25: und lassen Sie mich vielleicht noch an einem Beispiel die Relevanz auch verdeutlichen.
00:17:29: eine Website, die normalerweise auch für den Geschäftskunden gedacht ist, aber nicht ausdrücklich klar stellt, an Verbraucher gerichtet ist, wird von den Gerichten in der Regel als sogenannte Dual-Use Website betrachtet und dann geht man davon aus.
00:17:43: Naja ich kann ja nicht ausschließen dass Verbraucherinnen und Verbrauche sich die Website auch angucken und sich dort mal über ein Bauprodukt informieren.
00:17:49: und schon gehen die Gerichte in aller Regel davon aus das so eine Website auf die verbraucherschützenden Vorschriften die eigentlich nur im B to C Bereich gelten beachten müssen.
00:17:59: Von daher gilt auch hier, wenn Sie das nicht ausdrücklich kändlich machen auf einer Website.
00:18:02: Das ein Verbraucher dort vereinfacht gesagt nichts zu suchen hat dann müssen auch diese Webseiten sich nach den strengen Regeln richten.
00:18:09: Also wir haben es auch gerade viel mit Unternehmen zu tun die eben beide Märkte beliefern BtoB und B to C und da ist es ganz erklärt an der Aber so ihr kennt es ja auch schon sagte, die Wertschöpfungskette muss man im Auge behalten.
00:18:20: Wenn Sie eine Wohnungswirtschaft anschauen.
00:18:21: dort treten die Themen ja genauso auf.
00:18:23: also die Art wie jetzt Wohnung oder Gebäude vermarktet werden müssen anders kommuniziert werden.
00:18:30: Also die Art und Weise, die Präzision wird erhöht.
00:18:33: und wo kommen diese Infos her?
00:18:34: Die kommen über die Plane und wenn sie zum Beispiel grauen Emissionen erfassen wollen und entsprechenden Marketingclaim dann daraus machen wollen, dann müssen sie sich einfach darauf verlassen können dass in der Wertschöffungskete diese Informationen stimmen Und so gibt es ganz viele Übergänge.
00:18:51: Ich mag den Ball nochmal aufgreifen von Herrn Kenzio eben gerade, sozusagen den anderen Teil im OWG der sich in die BtoB-Kommunikation richtet.
00:18:59: Wenn wir das Big Picture anschauen was die EU im Augenblick vorhat dann sind es doch Direktiven und Richtlinien wie die Bauprodukteverordnung oder auch die EPPD wo es um die Energiebilanz von den Gebäuden geht und ähnliche mehr.
00:19:17: Und an der Stelle ist eigentlich immer das Gleiche, Sie können nur sauber planen wenn sie belastbare Informationen zu den Produkten und System haben.
00:19:27: Und in der Bauprodukte verordnen wird ja auch ganz klar verlangt dass jetzt die Ökobilanzdaten zunächst mal für des Treibhauspotenzial klar ausgewiesen werden und es wird schrittweise erweitert und das alles nach der EPD-Logik.
00:19:39: also ich habe kurz gesagt, dass es durch dritte Zertifiziert sein muss.
00:19:44: In der Qualität werden einfach jetzt immer mehr Daten verlangt und im Kern geht es darum, das ganze Thema anstückweit aus der Marketingsprache die sehr unverbindlich ist rauszuholen in ein gedankendes nachhaltige Produkte.
00:20:00: Also dass Nachhaltigkeit am Produkt eine Qualität darstellt.
00:20:03: und dann muss ich präzise beschreibbar
00:20:05: sein.".
00:20:09: Bei unserer Themenmarke
00:20:10: Maus
00:20:10: dreht sich alles um Modulares- und serielles Bauen uns sanieren
00:20:14: Projektberichte, Interviews, Marktgrenze
00:20:17: und technische Informationen.
00:20:19: Das Thema interessiert Sie auch?
00:20:20: Jetzt vorbeischauen!
00:20:21: Und unsere
00:20:22: Angebote entdecken
00:20:23: auf www.modular-seriell.de.
00:20:29: Das möchte ich sehr gerne nochmal aufgreifen.
00:20:32: Unverbindliche Sprache des Marketing sagten sie Herr Brößler.
00:20:37: da drängt sich für mich so die Frage auf wie verändert sich oder wie muss sich das Marketing verändern um eben künftig genau das leisten zu können, was jetzt gefragt ist.
00:20:48: Eben präziser zu formulieren, klarer zu formulierend belastbarer die Fakten auf den Tisch zu legen.
00:20:55: Genau diese Anforderungen müssen erfüllt werden.
00:20:58: Sehen Sie darin vor allem auch eine Chance für das Marketenken?
00:21:01: Unbedingt!
00:21:02: So wie ich die Geschäftsführerin nicht vorher zitiert habe ganz klar sieht wir gehen in Richtung Authentizität.
00:21:07: Wir forsten sozusagen die ganzen allgemeinen Aussagen raus, die eh nur aus ihrer Sicht blablar sind.
00:21:12: Und damit wird das Ganze auch authentischer und es wird für die Planer berechenbare.
00:21:17: Sie können damit arbeiten!
00:21:19: Wenn wir das mal angucken was ich gerade gesagt habe mit der Produktqualität und mit den Anforderungen im Brandschutz vergleichen ist das vielleicht ein ganz schönes Bild.
00:21:27: beim Brandschutze können sie auch nicht als Hersteller sagen Brandschutz, das ist bei uns in der DNA seit achtzehn-einen-sebzig und ach, das hält schon.
00:21:36: Sondern gibt es einfach klare Anforderungen, dreißig Minuten, sechzehn Minuten oder was aber immer – und das muss erfüllt werden!
00:21:42: Und wenn Sie jetzt ein Gebäude planen dass wie ich vor sagte einen bestimmten CO² Druck hat pro Quadratmeter und Jahr dann können sie mit so allgemeinen Aussagen einfach nichts anfangen Und an der Stelle kommt das, was ich vorsachte.
00:21:56: Nachhaltigkeit hat dann einen Charakter von der Produktqualität und das gleiche gilt auch zum Beispiel fürs Zirkuläre-Bauen.
00:22:02: also jetzt mal aus der volkswirtschaftlichen übergeordneten Perspektive geht es ja auch um Ressourcensicherung sicherlich für jede Ressource aber es gibt eine ganze Menge ressourcen auch im Baubereich wo wir aufpassen müssen.
00:22:13: und wenn man die Kreislaufwirtschaft hier als Gesellschaft haben wollen dann braucht dass auch klare Informationen wie wir so ein System aufbauen dass sich Urban Mining nennt.
00:22:25: Und da gibt es auch schon Ansätze dazu, also das passiert ja an vielen Stellen was... Also die Grundlage für alles an der Stelle wenn wir hier übergeordnete Ziele als Gesellschaft verfolgen ist eine Klarheit, eine Präzision und die können sich die Hersteller oder auch die Händler habe ich es vor allem auch in die Herestelle zu nutzen machen indem sie sagen da sind wir dran am Thema.
00:22:42: Wir sind dann diesen Transformationsprozess dran Und wir liefern die entsprechend belastbaren Informationen.
00:22:48: Ich bleibe dabei, ich finde die MCO schießt übers Ziel raus aber den Kern der Sache.
00:22:53: Den sollten wir auch unter so einer gesellschaftlichen Perspektive mal anschauen ob er nicht durchaus sinnvoll ist.
00:22:58: und wenn sie gefragt haben wie sich die Arbeitsweise von Marketing Abteilungen verändert man kann das glaube ich das kann ich jedenfalls aus meiner anwaltlichen Beratungsperspektive glaube ich ganz gut beschreiben.
00:23:08: es ist einfach ein Schiff von einem Marketing Thema hin zu einem Compliance Thema.
00:23:12: Das muss man ganz klar sagen.
00:23:14: Als Rechtsanwalt in der großen deutschen Wirtschaftskanzlei habe ich traditionell mit den Rechtsabteilungen Unternehmen zu tun.
00:23:20: Bei diesem Thema Umwelt- und Nachhaltigkeitskommunikation hat sich das komplett geändert, in achtzig wenn nicht neunzig Prozent der Fälle sind meine Hauptansprechpartner, Marketingabteilung PR, Governmental Affairs und technische Abteilungen aber im seltensten Fall die Rechtsabteilung als Hauptansprechpartner.
00:23:37: Die sind, wenn es sie gibt eingebunden, aber das Thema kommt eben aus der Kommunikation heraus.
00:23:42: wo nun die Abteilung mit der Formulierung beschäftigt haben, die sich mit den technischen Grundlagen beschäftigt habe gemerkt oder lernen mussten.
00:23:51: Dass es nun ein Compliance Thema ist was eben kein reines Kommunikationsthema ist.
00:23:54: und nun brauchen die plötzlich ganz andere juristische anwaltliche Unterstützung bei der rechtssicheren Abfassung dieser Kampagnen denn das ist jetzt ein Complance Thema geworden dass ich nicht nur auf der Schiene die Kampagne gefällt mir nicht abstempeln kann, sondern sie ist im Zweifel eben zulässig oder unzulässig.
00:24:12: Und es braucht auch noch eine Haut dazu.
00:24:13: also dass man zum Beispiel Themen wie CO²-Fußabdruck beurteilen kann oder vergleichende Ökobilanzen auch beurtenen kann und das nicht ganz ohne.
00:24:21: und deswegen ist jetzt auch ein neuer Prozess abzusehen dass die Marketingabteilung eben, wie Sie sagten, Herr Kinzio zum einen mal mit der Rechtsabteilungen oder mit entsprechenden Anwälten sich zusammen tut.
00:24:31: Aber das andere ist auch mit den Fachleuten im eigenen Haus Sustainability Management.
00:24:35: und was wir auch als Erfahrung immer wieder gemacht haben war Wir kriegen ja oft auch mündliche Zusagen für Projekte, also jetzt im Marketing-Bereich für unsere Agentur.
00:24:44: Aber wir haben hier auch zweimal die mündlichen Zusage gehabt und wurde später wieder kassiert weil plötzlich dann die Rechtsabteilung gesagt hat ne Moment mal wir müssen den ganzen Prozess anders aufsetzen.
00:24:52: das ist kein Marketing Thema sondern es ist ein Compliance Thema Und jetzt müssen wir konzernweit erst einmal schauen wie wir das machen.
00:24:59: Also von daher ich gehe fest davon aus wir werden künftig neue Prozesse sehen und es wird auch Ein inhaltlicher Wissenszuwachs erforderlich sein
00:25:08: Klingt so, als wäre da sicherlich auch sehr viel Aufwand mit verbunden.
00:25:12: Auch personell wenn eben halt die jeweiligen Abteilungen alle oder die Betroffenen sein werden, involviert sein müssen und natürlich da auch ihre Einschätzungen zu geben müssen und ihren Input liefern sollten wird das nicht letztendlich auch ein bisschen den Rahmen sprengen in den Unternehmen?
00:25:30: Also ich glaube die Herausforderung sind tatsächlich nicht zu unterschätzen.
00:25:34: Der Punkt, den Sie ansprechen, der zielt vor allen Dingen aber auf eine ganz wesentliche Änderung auch unternehmensintern.
00:25:40: Dieses Thema ist kein Thema für eine einzelne Abteilung – das ist wirklich ein Thema wo verschiedene Fachabteilungen des UnternehmENS eingebunden sein müssen von Produktdesign, Produktentwicklung, Produktionsprozess, Marketing, PR, Governmental Affairs, Rechtsabteilungs-, Sales-Aftersales und so weiter.
00:25:56: Diese sind in gewisser Weise dort alle einzubeziehen weil dieses Wissen in aller Abteilungen gehört.
00:26:01: Wenn Sie nach der Überforderung fragen, wo diese Prozesse bisher nicht gelebt wurden oder gar nicht aufgesetzt waren.
00:26:07: Mag das eine enorme Herausforderung sein?
00:26:09: Bei Unternehmen die solche Prozeste schon haben ist es sicherlich eine Gelegenheit dieser Prozese zu schärfen.
00:26:15: aber ich glaube schon dass man gerade bei dem Thema um einen solchen Prozess der alle Unternehmensabteilungen einbezieht und zumindest wissen auch durch die Abteilungen streut und verbreitet nicht umhin kommt
00:26:26: Und ich verstehe natürlich dieses Gefühl von Komplexität oder auch über Forderung.
00:26:30: Zugleich möchte ich erinnern, die Leute mit denen ich zu tun habe oder die Unternehmen mit denen wir zu tun haben, die haben einfach gute Leute im Team.
00:26:37: Also wenn ich von Sustainability Managerin spreche dann hab' ich Leute vor Augen, die kennen die Örkobilanzen, die können die Schwachstellen ihre Produkte und die wissen auch wohl Informationen herzugekommen sind.
00:26:46: also wir reden nicht über etwas was nicht leistbar ist sondern das gibt es in Unternehmen an Kompetenzen Und ich glaube, wir müssen einfach im Auge behalten.
00:26:55: Es ist ja nicht bloß die MQ, die jetzt plötzlich zu hektischen Aktivitäten der juristischen Absicherung führt, sondern wir haben Paradigmenwechsel.
00:27:02: Das muss sich vorsachte Bauprodukteverordnung und Ökodesign-Verordnung auch.
00:27:06: Der Energieausweis wird künftig auch mit einer CO² Bilanz versehen.
00:27:10: Also es geht einfach viel tiefer in die MQU, glaube ich schreckt gerade viele Leute auf und das verstehe ich auch.
00:27:16: aber wir sollten sozusagen den Weg des gesamten Schiffes sehen.
00:27:22: Und da glaube ich, ist es einfach auch gut wenn man diese Prozesse die wir gerade skizziert haben dass sie in Ruhe betrachtet werden umgesetzt werden.
00:27:30: Ich kann nur sagen aus der Erfahrung jetzt der Unternehmen mit den ich zu tun habe viele sind ja schon gut auf dem Weg und eigentlich geht's darum das zu präzisieren und eine klare Prozessarbeit reinzu oder eine klaren Prozessfolge reinzubringen.
00:27:44: Wenn diese Prozesse dann eingerichtet sind und nach einer vielleicht herausfordernden Anfangszeit, also aus meiner Sicht klingt es aber auch so als könnte man später einfach effizienter gemeinsam arbeiten.
00:27:55: Und es könnte sogar ein Wettbewerbsvorteil sein wenn man halt nachweislich wirklich nachhaltig Produkte hat.
00:28:02: wie sehen Sie das?
00:28:03: Dem kann ich nur zustimmen.
00:28:06: unsere Botschaft ist immer dass wir die Chance in hier gleich zwei Unix Selling Points zu schaffen zum einen natürlich an den Produkten, an der Produktionsweise und an der Herstellungsweise arbeite um diese im Interesse der besseren Umweltbilanz wirklich fortzuentwickeln.
00:28:21: Und wenn ich dazu dann noch rechtssicher kommuniziere fehlerfrei belastbar nachweisbar Dann habe ich auch einen doppelten Vorteil gegenüber meinem Wettbewerb der vielleicht nur einem dieser Punkte weniger genau oder weniger rechtssichert oder weniger belegbar vorgeht.
00:28:39: diesen doppelten Vorteil kann ich auch nach außen wirklich vermarkten.
00:28:41: Ich will das vielleicht auch nochmal an einem Beispiel aus meiner ganz konkreten Beratungspraxis verdeutlichen, wie wichtig ist es dass die diese Unternehmensabteilungen auch verzahnen?
00:28:51: Den man mit einem Fall zu tun wo wir in einem Raum saßen im Workshop zu dem Thema und da waren so an die dreißig Unternehnensvertreterinnen und Unternehensvertrete aus allen Abteilungen vertreten und wir haben uns einen ganzen Tag mit einer aktuellen Kampagne des Unternehlens zur CO²-Bilanz bestimmter Produktlinien unterhalten.
00:29:08: Und das wirkt aus juristischer Sicht alles sehr gut gemacht, belegbar verständlich und am Nachmittag meldete sich dann eine Dame hinten im Raum die sagte also sie müsse jetzt doch mal einhaken und nachfragen Sie seien Unternehmen verantwortlich für die Berechnung aller CO² Bilanzen und sie könne die Zahlen die hier den ganzen Tag auf den verschiedensten Kampagnenvorlagen flyern Messständen und ähnlichen Webseiten, die entstehen sollten gezeigt sind gar nicht nachvollziehen.
00:29:35: Denn diese Zahlen haben sie nie berechnet.
00:29:37: Und da drehten sich neunundzwanzig Leute zu hier um und guckten sehr betroffen und dann sagte sie ja was ich berechnet habe waren CO-Zwei-Equivalente.
00:29:46: Da kennen Sie mit dem kleinen E hinten dran und mit diesem kleinen E konnte die Marketingabteilung, die vorher nie mit dieser Frau gesprochen hat, gar nichts anfangen.
00:29:55: Fehler im Druckbild haben das eh weggelassen und haben aus allen Zahlen einfach CO-Zahlen gemacht.
00:30:00: Und damit war die ganze Kampagne so gut sie nach außen aussah komplett falsch, weil keine einzige Zahl stimmte.
00:30:06: Das ist in diesem Workshop aufgefallen und nur allein deswegen, weil alle Unternehmensbereiche erstmals in diesem sehr großen Unternehmen in einem Raum versammelt waren und über dieses Thema gemeinsam gesprochen haben.
00:30:17: Das hat auch für mich einen echten Shift in meinem Mindset herbeigeführt.
00:30:24: Ich berate nur noch so.
00:30:25: Also bei so Workshops lege ich größten Wert darauf, dass die Unternehmensbereiche alle vertreten sind um genau diese Fehler möglicherweise aufdecken zu können.
00:30:31: und wo immer sie das erzählen ist auch das Argument was absolut zieht.
00:30:35: Ich finde es ein super Beispiel und ich kann nur weiteres beisteuern nicht ganz so spektakulär und schön wie ihr's.
00:30:40: aber ich habe auch am Montag eine Broschüre durchgeschaut.
00:30:43: offen großes Unternehmen gleiches Thema Die CO²-Equivalentwerte und die CO² Werte gehen einfach durcheinander auf derselben Seite Und dann weiß ich auch nicht, was jetzt wirklich die Zahlen bedeuten.
00:30:55: Also ich weiß es in dem Sinne, ich bin nicht sicher so wie Sir Genziograles sagte.
00:30:59: Also ist Gang und Gebe will ich damit sagen.
00:31:02: Jetzt zusammengefasst – Es ist herausfordernd aber es lohnt sich!
00:31:07: Kann man so einen Ausblick wagen zu sagen, jetzt ist die Aufregung da weil es herausfordernder ist?
00:31:12: Weil das anstrengend für die Unternehmen ist?
00:31:14: Aber kann man so einen Ausblick wagen, wenn sich das beruhigt hat?
00:31:17: Weil alle sich damit beschäftigt haben, ihre Aufgaben zu Hause erledigt haben im Unternehmen.
00:31:22: Wo wir dann vielleicht in einem Jahr oder zwei stehen was sich verbessert hat durch die INCO?
00:31:28: Also ich glaube tatsächlich dass es auf mittelfristige bis lange Sicht eine Konsolidierung in der Umwelt- und Nachhaltigkeitskommunikation herbeiführen wird mit dem Ergebnis Ja, nicht belegte Siegel Logos eigen kreierte Claims.
00:31:46: Eigen kreerte schöne Bildchen die einen Umweltvorteil suggerieren sollen, die ein Produkt oder eine Dienstleistung gar nicht haben kann oder auch nicht hat dass sie werden verschwinden.
00:31:55: also das wird wirklich glaube ich so der mittel bis langfristige Effekt sein.
00:31:59: kurzfristig ist natürlich momentan sehr viel Aktivität im Markt zu erleben.
00:32:03: in der Beratung habe ich immer gedacht naja so Ende letzten Jahres würde das Thema ab ebben weil die Unternehmen dann alle mit dem Thema Bekannt sind und beschäftigen sich damit uns in der Umsetzung.
00:32:14: Da war ich viel zu optimistisch, das ist im Laufe des Jahres potenziell angestiegen.
00:32:19: also auch jetzt aktuell sehen wir einen solchen Peak an Nachfragen die kurzfristig noch kommen wo wir merken die Unternehmen sind sehr spät dran haben das Thema jetzt erst entdeckt.
00:32:28: Also so ein Beratungs-Sommerloch, wie wir es sonst üblicherweise haben ist momentan überhaupt nicht zu spüren.
00:32:32: Ganz im Gegenteil.
00:32:33: von daher glaube ich das auch noch anhalten wird denn es ist illusorisch zu glauben dass die Umstellungen bei den Unternehmen bis Ende September einfach abgeschlossen sind.
00:32:41: viele fangen dann vielleicht erst an oder sind noch mittendrin und danach wird das Thema einfach in den Alltag der Marketingkommunikationen und Rechtsberatung integriert werden.
00:32:50: Das heißt bei neuen Kampagnen würde man natürlich mal drauf gucken aber die Lernkurve ist sicherlich Da, das heißt es kommen auch weniger Rückfragen.
00:32:57: umgekehrt.
00:32:58: Erwarte ich allerdings auch und das ist jetzt sicherlich eine sehr juristische Sichtweise ab Herbst mit einer Klagewelle also nicht dass wir nun wirklich so die Riesenabmahnwelle vor uns sehen.
00:33:08: damit rechne ich nicht unbedingt aber NGOs Verbraucherschutzverbände Verbraucherzentralen haben sehr klar gemacht dass sie die neuen Rechts die neue Rechtslage wie Sie denn ab Ende September gelten wird auch sehr klar durchsetzen werden.
00:33:21: von daher Wir hatten darüber ja gesprochen, es werden nicht alle Produkte und Angebote komplein sein.
00:33:27: Ab Ende September wird das mit Sicherheit sehr viele Verfahren geben – und das ist auch gar nicht schlimm!
00:33:32: Denn die Neurechtslage bietet so viel Unsicherheiten in den Begrifflichkeiten, in der Auslegung.
00:33:41: höchst instanzliche Urteile, die viele offene Fragen in der Rechtsauslegung klären müssen.
00:33:45: Damit möglichst schnell noch mehr Rechtssicherheit für die Unternehmen herrscht.
00:33:49: wie denn mit den unplanbaren Rechtsbegriffen im Gesetz und in Zukunft tatsächlich umzugehen ist?
00:33:54: Und was das in der Unternehmenspraxis im Alltag bedeutet?
00:33:58: Um auf Ihren Gedanken des Ausblickseins zu gehen ich mache gerade auch eine Livestream-Serie und arbeite hiermit Architecken zusammen, die mehr zirkulär planen wollen Und da kommt schon ziemlich unisono die Aussage, eigentlich fehlen uns Produkte oder wir kriegen Informationen nicht um richtig planen zu können.
00:34:15: Das ist ein Markt das sich immer weiterentwickelt und ich sehe an vielen Stellen auch das was ich vorgesagt habe mit der CO-Bilanz der Gesamtgebäude.
00:34:23: Da entsteht überall gerade einen Markt.
00:34:25: Ja, ab im Jahr zwanzig achtendzwanzig zwanziggreißig öffentliche Gebäude, alle Gebäuden werden in CO² sein müssen und und und ja!
00:34:34: Also wir haben eine ganze Menge an Marktentwicklung hier vor sich und das würde ich als positiven Ausblick da drin sehen, dass die Hersteller und auch letztlich der Handel natürlich sich dafür gut aufstellen.
00:34:44: Und ich bleibe dabei – Die Komplexität ist beherrschbar!
00:34:48: Es ist im Augenblick viel Aufregung dar, die ich verstehen kann und es ist viel Ausforstarbeit aber letztlich machbar aus meiner Sicht.
00:34:55: Ein sehr gelungenes Schlusswort wie ich finde.
00:34:58: Herr Kenzier Herr Pröster, herzlichen Dank für diese Einblicke.
00:35:02: Ich fand es sehr interessant auch sehr detailliert und wie ich finde haben sie doch deutlich gemacht dass die Chancen größer sind als die Herausforderungen.
00:35:12: Ihnen liebe Zuhörerinnen und Zuhörper auch vielen Dank fürs Reinhören!
00:35:16: Und bis zum nächsten Mal bei Handel im Ohr.
00:35:19: Das war's für heute.
00:35:21: Wir freuen uns wenn Sie den Podcast mit möglichst fünf Sternen bewerten Wenn Sie sogar abonnieren oder uns ein Feedback schreiben Und hören Sie gerne auch an die älteren Folgen rein.
00:35:31: Diese sind immer noch aktuell!
Neuer Kommentar